Die Endkundenpreise für traditionelle Bohnenkaffeesorten in Deutschland stiegen im April 2025 um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb der letzten vier Jahre kletterten sie insgesamt um 31,2 Prozent. Wesentliche Treiber sind deutlich gestiegene Einfuhrkosten für Rohkaffee, die um mehr als die Hälfte zunahmen, verursacht durch Ernteausfälle in wichtigen Anbauregionen. Gleichzeitig erhöhte sich die Einfuhrmenge 2024 um 14,1 Prozent, wobei Brasilien mit über 40 Prozent Marktanteil dominierte. Vietnam folgte.
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Lebensmittelpreise klettern ähnlich stark wie Bohnenkaffeepreise in vier Jahren
Im Vergleich zum April 2024 stiegen die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee im April 2025 um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im selben Zeitraum verteuerten sich Lebensmittel insgesamt um 2,8 Prozent und das allgemeine Preisniveau um 2,1 Prozent. Zwischen April 2021 und April 2025 verzeichneten Kaffeepreise eine Zunahme von 31,2 Prozent auf dem deutschen Markt, was nahezu der Entwicklung aller Nahrungsmittel (+31,4 Prozent) entspricht und die allgemeine Inflation (+18,8 Prozent) deutlich übertrifft.
Importkosten für ungeröstete Kaffeebohnen im April Jahresvergleich drastisch angestiegen
Im April 2025 erreichten die Einfuhrkosten für ungeröstete Kaffeebohnen einen Anstieg von 53,1 Prozent gegenüber April 2024, was sie zum wesentlichen Preistreiber in der Versorgung macht. Rohkaffee aus Amerika verteuerte sich um 61,8 Prozent, aus Asien und sonstigen Regionen um 43,8 Prozent, aus Afrika um 23,2 Prozent. Entkoffeinierte und geröstete Sorten kosteten 35,8 Prozent mehr. Seit April 2021 beträgt das Wachstum des Rohkaffee-Index 147,4 Prozent. Das führt zu höheren Verbraucherpreisen.
April 2025 Erzeugerpreise entkoffeinierter Röstkaffee steigen deutlich 45,2 Prozent
Im April 2025 meldeten Kaffeeproduzenten gegenüber April 2024 einen Preisanstieg für nicht entkoffeinierten Röstkaffee um 43,3 Prozent; entkoffeinierter Röstkaffee verteuerte sich um 45,2 Prozent. Über den Zeitraum von April 2021 bis April 2025 stiegen die Erzeugerpreise für nicht entkoffeinierten Röstkaffee um 86,1 Prozent, entkoffeinierten um 78,7 Prozent. Diese kräftigen Zuwächse unterstreichen den Einfluss erhöhter Rohstoffkosten, steigender Produktionsaufwendungen und logistischer Engpässe. Preissteigerungen betreffen weltweit Anbauregionen und Händlernetzwerke eindeutig nachhaltige Strategien erfordernd.
Importmenge Roh- und Röstkaffee 2024 um 14,1 Prozent erhöht
Die Kaffeeeinfuhren nach Deutschland beliefen sich 2024 auf insgesamt 1,25 Millionen Tonnen, roh und geröstet zusammengenommen, und überschritten somit den Vorjahreswert von 1,09 Millionen Tonnen um 14,1 Prozent. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt, dass das Importvolumen seit 2015 von 1,16 Millionen Tonnen auf 1,25 Millionen Tonnen gewachsen ist, was einem Anstieg von 7,9 Prozent über diesen Zeitraum entspricht. Der Trend spiegelt hohe Nachfrage und Marktstabilität im Inland wider.
Vietnam zweitgrößter Lieferant Deutschlands 2024 mit 202.000 Tonnen Kaffee
Mit 516.000 Tonnen Kaffee im Jahr 2024 stellte Brasilien mit 41,4 Prozent erneut den größten Lieferanten für Deutschland dar. Vietnam folgte mit 202.000 Tonnen und 16,2 Prozent, während Honduras mit 68.000 Tonnen (5,5 Prozent) und Kolumbien mit 53.000 Tonnen (4,3 Prozent) weitere wichtige Anteile lieferten. Auch Uganda, Italien und Peru steuerten jeweils rund vier Prozent zum Gesamtimport bei. Diese Struktur reflektiert etablierte Handelsnetzwerke und Anbaustärken weltweit sowie regionale Nachfrageentwicklungen berücksichtigend.
Globale Ernteausfälle und Wetterextreme treiben Kaffeepreise spürbar in Höhe
Aus den Daten des Statistischen Bundesamts ergibt sich, dass trotz wachsender Importmengen die weltweiten Ertragsausfälle und krisenbedingten Wetterschwankungen in Kombination mit stark gestiegenen Einfuhr- und Producerkosten zu erhöhten Verbraucherpreisen führen. Liebhaber hochwertiger Kaffeebohnen sehen daher seltener preiswerte Angebote. Dennoch bleibt ein umfangreiches Sortiment verfügbar, sodass Konsumenten weiterhin verschiedene Geschmacksprofile entdecken und den gewohnten Genuss in jeder einzelnen Tasse aufrechterhalten können, ohne Auswahlverluste hinnehmen zu müssen. Regionale Bezugsquellen gewinnen an Bedeutung.

